Sonntag, 11. März 2007

Der Jakobsweg zeigt die ersten Überraschungen


Zwei Pilger am Start
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Heute haben Markus und ich die erste Jakobsweg- Testwanderung gestartet. Wie es sich für alte Männer wie uns gehört, muss man ja vor grossen Exkursionen erst testen, ob alle Systeme noch richtig funktionieren und nicht plötzlich ein Gelenk bei der ersten Bodenwelle aus der Fassung springt. Ausserdem sollten wir im praktischen Feldversuch ja erst erproben, wie unsere vermeintlichen acht Kilo Gepäck sich auf dem Rücken so anfühlen, wenn man sie erst mal ein paar Stunden durch die Gegend getragen hat. Also packen wir ohne Ausnahme alle Utensilien in unsere tollen 35 Liter Rucksäcke und treffen uns zu noch fast nächtlicher Stunde (10 Uhr morgens) im Fumare in Basel.

Nachdem wir gackernd unsere Latte Machiato geleert und uns gegenseitig davon überzeugt haben, dass beide auch wirklich sämtliche Jakobsweg-Utensilien dabei haben, geht’s los. Genau im Winkel von 247° Richtung Santiago de Compostela. Nicht das wir damit rechnen, heute noch bis dort zu kommen… aber man kann’s ja mal versuchen. Und ausserdem ist es ein gutes Gefühl, in eine definierte Richtung zu laufen.

Schon bald merken wir, dass der Jakobsweg grosse Überraschungen für uns bereithält. Und das schon bei der Probewanderung! Mit Überraschungen meine ich nicht die Autofahrer, die mich wild winkenden auf meinen verlorenen Hut hinweisen, den ich schon kurz nach dem Start verliere. Ich meine damit auch nicht das Spanische Konsulat, welches kurz darauf plötzlich zufällig vor uns auftaucht. Was ich wirklich damit meine ist die Frau, welche plötzlich an einem Rotlicht neben uns zu ihrem Begleiter einen Satz spricht, aus welchem Markus und ich ganz deutlich „Santiago de Compostela“ heraus hören. Wie vom Blitz getroffen drehen wir uns zu ihr um und rufen, „genau da wollen wir auch hin“.

Und so ist es geschehen, der Jakobsweg beschert uns nicht einmal einer Stunde nach dem Start unsere erste Pilgerbekanntschaft. Katherina hat den Weg schon zwei (oder warens doch drei??) mal beschritten und erzählt uns begeistert von ihren Erlebnissen. Wir hören fasziniert zu, quetschen sie natürlich gleich aus wie eine reife Zitrone und werden zur Belohnung spontan von ihr zum Essen eingeladen. So geht das also, wenn man auf dem Weg ist!


Markus auf dem Jakobsweg
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Natürlich ist das noch nicht genug, schliesslich sind wir ja künftige Vollblut Pilger und geben uns daher auch nur mit dem vollen Programm zufrieden. Drum kriegen wir kurz darauf die seltene Gelegenheit, den gesamten Jakobsweg in wenigen Minuten von Anfang bis Ende zu durchschreiten. Denn in der nächsten Ortschaft biegen wir plötzlich tatsächlich in eine Strasse ein, welche deutlich mit „Jakobsweg“ angeschrieben ist. Sollte uns das nicht zu denken geben?

Nachdem wir trotz kleineren Hüft-, Knie-, Fuss- und Equipment-Problemen (ich lege mich aus versehen auf das Trink-Ventil meines Camelbags und werde unfreiwillig gebadet) nicht zum Aufgeben gezwungen werden, landen wir schliesslich in Hofstetten und schliessen die spannende Probewanderung erfolgreich ab. Was für ein toller Tag!

Sonntag, 4. März 2007

Stirling und Bloggen


Stirling
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Liebe Freunde: In letzter Zeit werde ich darauf angesprochen, ich solle doch mein Weblog öfters aktualisieren. Nun, mein Tip an Euch: ABWARTEN!! Es gibt noch nicht viel zu erzählen und ich labere Euch den Kopf sicher nicht mit Kleinigkeiten voll, nur um hier was reinposten zu können.

Die Reise hat noch nicht wirklich begonnen, aber bald bald kommt Ihr auf Eure Kosten. Also, schön Ruhe bewahren und Tee trinken. Rom wurde auch nicht auf Zucker gebaut. Ich meine, Morgenstund ist aller Laster Anfang. Ach, Ihr wisst schon was ich meine!

Inzwischen habe ich mein (vermutlich) letztes Projekt bei meinem (Noch-) Arbeitgeber gestartet und werde wohl bald in die erquickende Freiheit frischgebackener Weltreisender entlassen. Die letzte Freizeit vor meinen langen Ferien nutze ich damit, mich näher mit möglichen Solar- und Wind-Technologien für mein Kenia-Projekt zu beschäftigen. In Tat und Wahrheit bedeutet dies, ich fertige technisch komplex wirkende Zeichnungen an und dichte den darauf erkennbaren Einrichtungen magische Verhaltensweisen und die Lösung aller weltlichen Probleme an.

Ich erkläre Kenia kurzerhand zum Energieland Nummer eins, welches mit seinen - durch MICH anno 2007 erstmals eingeführten und erfolgreich unter Afrikanischen Bedingungen getesteten - Solar-Stirling Systemen den Welt-Energiemarkt kräftig aufmischt, alle Öl-Giganten in eine wirtschaftliche Krise stürzt und damit andererseits Afrika zum reichsten Land der Erde macht.

In Folge dieser Entwicklung wird der CO2-Gehalt der Atmosphäre innert kürzester Zeit normalisiert und die Umweltverschmutzung sofort drastisch gesenkt. Die Regenwälder beginnen wieder breitflächig zu wachsen, die Iraner werden plötzlich allergisch auf angereichertes Plutonium und die Weltmeere leiden in 10 Jahren höchstens noch unter übermässigen Fisch- und Wal-Vorkommen. Die wichtigste Frage des 21ten Jahrhunderts wird also sein: Was machen wir mit all dem Fisch!

Natürlich wird die aktive Nutzung der Sonnenenergie auch dazu führen, dass die Erderwärmung innert weniger Jahre wieder auf ein normales Niveau zurückfällt und St. Moritz alle Schneekanonen in überdimensionale Poppkorn-Werfer umbauen kann. Die Gletscher wachsen wieder wie nie zuvor und stossen sogar bis an die Ufer der grossen Weltmeere vor. Jene Gletscherzungen welche dabei die berühmten Badestrände säumen, wird man unterwegs abwechselnd mit farbigem (unschädlichem, zahnschondendem und natürlich abbaubarem) Süssstoff besprühen. Vielleicht ebenfalls mithilfe der überflüssigen Schneekanonen aus St. Moritz. Zum Vergnügen aller kleinen und grossen Badegäste, bilden sich nach einiger Zeit riesige Mengen kostenlosen Wassereises an den Stränden jener Ferienorte.

Dass diese süssen Gletscherzungen auch gleichzeitig als natürliche Wellenbrecher für allfällige Zunamis dienen, versteht sich ja von selber.